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Langsam fahren für Ferrari? Ex-Star belastet Vettel

Martin Brundle glaubt, Sebastian Vettel könnte 2014 absichtlich schlecht gefahren sein, um somit seinen Weg für einen Wechsel von Red Bull zu Ferrari frei zu machen.

“Ich habe Sebs schreckliche Saison als Ricciardo ankam nie verstanden. Er erzählte immer wieder, wie sehr er die Hybridautos hasste. Aber als er bei Ferrari ankam, war er plötzlich auf dem Laufenden”, sagte der frühere Formel-1-Pilot im Interview mit dem F1 Magazin.

Brundle habe sich daher immer wieder die Frage gestellt, ob Vettel nach seinen vier WM-Titeln in Serie mit Absicht langsamer gefahren sei, um seine Ausstiegsklausel auslösen zu können.

Vettel nutzt Klausel für vorzeitigen Wechsel zu Ferrari

Denn eigentlich war der Heppenheimer vertraglich noch bis Ende 2015 an Red Bull Racing gebunden. Nach seinem zweiten WM-Titel im Jahr 2011 hatte er sich allerdings eine Klausel in den Vertrag schreiben lassen, wonach er das Team unter bestimmten Voraussetzungen bereits ein Jahr früher verlassen durfte.

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So durfte Vettel das Team bereits vorzeitig zum Saisonende verlassen, sollte er bis zum 30. September 2014 nicht mindestens Dritter in der Gesamtwertung sein oder aber mindestens zwei Siege eingefahren haben.

Während Vettels damaliger Teamkollege Daniel Ricciardo bis zum Stichtag bereits drei Siege auf dem Konto hatte, belegte Vettel ohne einen einzigen Triumph lediglich den fünften Rang in der WM und hatte somit freie Bahn für einen Wechsel zu Ferrari.

Vertrag bei Ferrari endet nach Saison 2020

Doch auch wenn Vettel damals nicht absichtlich schlechter gefahren sein sollte, war die Trennung von Red Bull für Brundle nach jenem Jahr ohnehin unausweichlich. “Wie auch immer, er musste gehen, denn ein weiteres Jahr wie dieses mit Danny Ricc und sein Wert wäre fast auf Null gesunken”, meinte der WM-Sechste von 1992.

Im Jahr darauf konnte Vettel für sein neues Team dann immerhin wieder drei Siege einfahren, im Kampf um den Titel hatte er gegen das Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Nico Rosberg allerdings keine Chance.

Sein aktueller Vertrag bei der Scuderia gilt nur noch für die aufgrund der Coronakrise noch immer nicht gestartete Saison 2020. Wie es für ihn danach weitergeht, ist noch offen.

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Ex-FIA-Boss plädiert für Absage der Saison

Der frühere Weltverbandschef Max Mosley hat seinem Nachfolger Jean Todt zur Absage der Formel-1-Saison geraten.

“Dann hätten die Teams und die Rennveranstalter Sicherheit, um planen und Maßnahmen ergreifen zu können. Zurzeit sind sie in der Schwebe und viele verlieren Geld”, sagte der frühere Präsident des Internationalen Automobilverbands Fia der Deutschen Presse-Agentur.

Der 80 Jahre alte Mosley verwies auf die völlig unklare Situation durch die Coronavirus-Pandemie. “Mit Abwarten riskiert man, die Lage zu verschlimmern, ohne die Sicherheit zu haben, dass man etwas gewinnt”, erklärte der Brite.

Todt hofft auf Rennen mit Zuschauern 2020

Mosley hatte die Fia von 1993 bis 2009 geführt, ehe der Franzose Todt seine Nachfolge antrat. Todt hatte zuletzt mit den Formel-1-Spitzen über die Optionen für einen Neustart der Saison verhandelt und betont, er hoffe sogar auf Rennen mit Zuschauern noch in diesem Jahr. Derzeit pausiert die Königsklasse, die ersten neun der 22 geplanten WM-Läufe wurden bereits abgesagt oder verschoben.

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“Es gibt keine Garantie, dass die Rennen im Juli wieder starten können, und es wirkt eigentlich zunehmend unwahrscheinlicher”, sagte Mosley. Es sei daher besser für die Fia und die Rechteinhaber “jetzt zu handeln und die Chance zu nutzen, die Formel 1 neu zu organisieren und zu strukturieren, um sie auf eine viel solidere finanzielle Basis für die Zukunft zu stellen”.

Mosley lehnt Geisterrennen ab

Die vorgeschlagenen Geisterrennen ohne Fans lehnt Mosley ab. “Das wäre eine finanzielle Katastrophe für die meisten Rennveranstalter”, sagte der Jurist, der neben Ex-Geschäftsführer Bernie Ecclestone als einer der Väter der modernen Formel 1 gilt.

Auch der 89 Jahre alte Ecclestone hatte geraten, diese Saison ausfallen zu lassen. Mosley verwies allerdings darauf, dass er seit Jahren nicht mehr selbst an der Rennstrecke war. Daher besitze er aktuell “kein Insiderwissen”.

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FIA-Boss Todt will Formel 1 komplett neu erdenken

Schwere Zeiten auch für die Formel 1 in der Coronakrise. 

Zahlreiche Rennen wurden bereits abgesagt, die Fabriken der Teams haben geschlossen oder produzieren Teile für Beatmungsgeräte. FIA-Präsident Jean Todt sieht die schwere Zeiten aber auch als Chance auf einen Neustart. 

“Es ist auch die Zeit zu erkennen, dass wir gerade die einmalige Gelegenheit haben, Dinge die aus dem Ruder gelaufen sind, zu ändern und wieder gerade zu rücken”, sagte er dem Portal auto motor und sport.

Todt: “…haben den Boden unter den Füßen verloren”

Im Hinblick auf die Formel 1 erklärte Todt: “Sie ist Teil dieser Welt. Aber die Leute in unserer kleinen Welt haben den Boden unter den Füßen verloren.” Er führte seine Gedanken weiter aus: “Wir reden gerade über die Budgetdeckelung. Ich habe eine Rechnung aufgemacht. Würden wir uns auf einen Kostendeckel von 150 Millionen Dollar einigen, was ja schon mal ein großer Schritt zum augenblicklichen Stand wäre, dann würden die kleinen Teams 150 Millionen ausgeben. Die großen mit den ganzen Ausnahmen kommen aber über 300 Millionen, ohne die Motorentwicklung. Das ist verrückt.”

Laut Todt könne es für die Budgetfrage in der Therorie nur eine Lösung geben: “Wir können nur auf eine vernünftige Zahl kommen, wenn wir die Formel 1 von heute vergessen und mit einem weißen Blatt Papier beginnen.”

“Da würden wir zu viele Teams verlieren”

Doch er schränkt ein: “Mit einem Kostendeckel von 50 Millionen Dollar ohne Ausnahmen wäre aber nichts mehr wie es war. Es wäre eine völlig neue Formel 1. Eine Super-Formel 2. So wie die Formel 1 im Moment strukturiert ist, ist so ein Neuanfang nicht möglich. Da würden wir zu viele Teams verlieren, auch die großen.”

So bleiben für Todt nur zwei Optionen: “Die eine ist: 130 Millionen Dollar mit allen Ausnahmen. Die zweite ist ein Stufenplan mit 140 Millionen im ersten Jahr, dann 130 und schließlich 120 Millionen.”

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Auch zum Start der Formel-1-Saison 2020 äußerte sich der FIA-Präsident. “Da gibt es zwei Parameter. Zum einen die Logistik und die Verträge mit den Veranstaltern. Zum anderen: Wir müssen unser Restaurant aufsperren dürfen. Und wir müssen sicherstellen, dass unsere Kunden dann auch in das Restaurant reindürfen” erklärte Todt. 

Todt fürchtet Ausstieg von bis zu vier Teams

Aber seine persönliche Meinung ist eindeutig. Auf die Frage, ob er in diesem Jahr noch Rennen vor Fans sieht, erklärte Todt: “Ich glaube daran. Ich glaube wirklich daran. Und ehrlich gesagt hoffe ich es. Ich hoffe es und wir brauchen es. Ich habe den Spaß und die Leidenschaft angesprochen. Das ist etwas, das wir brauchen.”

Doch wird nach der Coronakrise das Interesse an der Formel 1 noch da sein? Todt sprach bei Motorsport-Total.com von einer Anzahl von vier Teams, die aus der Formel 1 fallen könnten. 

“Ein anderes Problem ist das Interesse. Wenn alles vorüber ist, will man dann noch immer zu einem Rennen gehen? Will man noch ins Stadion gehen? Oder ins Theater, ins Restaurant oder Kino? Man muss wieder von vorne anfangen, denn momentan hängen wir alle von den äußeren Umständen ab” wagte Todt einen Blick in die Zukunft. 

Er stimmt zu, dass es deshalb eine Art Neukalibrierung geben muss: “Es geht darum, Dinge neu zu bewerten und einige Entscheidungen zu treffen. Das gilt nicht nur für die Formel 1, auch für die Formel E, die WEC, die Rallye-WM, Tourenwagen-Meisterschaft, Kartsport, einfach alles. Darum geht es beim ‘neuen Deal’. Es ist eine neue Situation.”

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Zerreißprobe! Wie die Formel 1 ihre Zukunft gefährdet

Sparen in der Formel 1, das ist so eine Sache. Grundsätzlich würde jedes Team gern weniger Geld ausgeben, aber noch viel grundsätzlicher möchte jeder Rennstall der beste sein.

In diesem ewigen Widerstreit könnte ausgerechnet das Coronavirus zur wirtschaftlichen Gesundung führen – gelingt dies nicht, dürfte es die Formel 1 in der bekannten Form bald nicht mehr geben.

“Das Geld wird in den nächsten Jahren weniger werden. Deshalb muss man sich anpassen und darf nicht davon träumen, dass alles so werden wird wie vor COVID-19″, sagte Haas-Teamchef Günther Steiner bei motorsport-magazin.com.

Nicht nur der 2016 gegründete US-Rennstall geht am Stock. Fünf der zehn Rennställe haben ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, als erstes Werksteam vollzog Renault am Karfreitag diesen Schritt. An frisches Geld ist noch eine ganze Weile nicht zu denken. Die ersten neun Saisonrennen sind abgesagt oder verschoben, frühestmöglicher Auftakt ist der Große Preis von Frankreich Ende Juni. Wenn überhaupt, werden 2020 wohl nur Geisterrennen gefahren, um zumindest die TV-Verträge zu erfüllen.

Ferrari-Boss Binotto: “Wir müssen die DNA der Formel 1 erhalten”

Sparen ist also oberstes Gebot. Deswegen soll die Budgetgrenze von 175 Millionen US-Dollar (rund 160 Millionen Euro), die 2021 eingeführt wird, noch einmal nach unten justiert werden. 150 Millionen Dollar sollen für Ferrari und Red Bull gerade noch akzeptabel sein, die große Fraktion der Kleinen würde am liebsten auf 100 Millionen Dollar runtergehen.

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Nicht mit Ferrari. “Wir müssen die DNA der Formel 1 erhalten. Es geht hier um den Wettkampf der Teams”, sagte Teamchef Mattia Binotto, “da müssen wir die richtigen Prioritäten setzen und rationale Entscheidungen treffen.” Man dürfe sich “nicht zu sehr von den Emotionen leiten lassen”, führte der Boss des viermaligen Weltmeisters Sebastian Vettel bei Sky UK aus.

FIA-Präsident Jean Todt rät allerdings dringend zum Konsens, sonst könnten der Formel 1 bald die Teilnehmer ausgehen. “Ich bin mir sicher, dass viele kleine und mittelgroße Teams, viele Zulieferer und Hersteller ihre Programme prüfen werden. Vielleicht müssen sie aufhören”, sagte der Präsident des Automobil-Weltverbandes und frühere Ferrari-Teamchef bei motorsport.com.

Brown: Menschenverstand in der F1 “noch nicht ganz gesund, aber er heilt langsam”

McLaren-Boss Zak Brown unkte bereits, dass “vier Teams” am Ende sind, sollte der Budgetdeckel nicht gesenkt werden. “Dann fahren sie gegen sich selbst. Das wird nicht funktionieren”, so Brown.

Mit “sie” meint der US-Amerikaner die Top-Teams Mercedes, Ferrari und Red Bull, wobei er den Weltmeisterrennstall ausdrücklich ausnahm: “Daimler macht einen hervorragenden Job und erkennt die Situation, in der wir uns befinden.” Von daher könne sich jeder “ausrechnen, wer die anderen Teams sind”. 

Zumindest der Südtiroler Steiner hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Der Menschenverstand in der Formel 1 sei in Zeiten der Corona-Pandemie “noch nicht ganz gesund, aber er heilt langsam”.

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Hamilton trauert um "Renn-Legende": F1-Ikone Moss gestorben

Die Formel 1 trägt Trauer, eine der größten Legenden des Motorsports ist tot: Sir Stirling Craufurd Moss ist am Ostersonntag in seinem Haus in London für immer eingeschlafen. Der Brite, der vielen als der beste Fahrer der Königsklasse galt, der nie Weltmeister wurde, wurde 90 Jahre alt. 

“Er starb so, wie er gelebt hat und sah wunderbar aus. Er ist am Ende einfach eingeschlafen. Er hat die Augen geschlossen – und das war’s”, sagte Susie Moss, mit der Stirling Moss seit 1980 verheiratet war, der Daily Mail.

Moss’ Leben endete friedlich, seine Legende ist unsterblich. Viermal war er WM-Zweiter, dreimal Dritter. Auf 16 Grand-Prix-Erfolge konnte der Brite zurückblicken, damit hatte er mehr Rennen gewonnen als 17 der bislang 33 Weltmeister.

Moss ein Vorbild in Sachen Fairness

Die Umstände seines Scheiterns waren teils dramatisch, sein Umgang damit sympathisch. 1958 musste der Sohn eines motorsportverrückten Zahnarztes den Titel um einen mickrigen Punkt seinem Landsmann Mike Hawthorn überlassen – weil für ihn der Sportsgeist stets über dem Gewinnen stand.

Als Hawthorn nach Platz zwei beim Großen Preis von Portugal disqualifiziert wurde, legte Rennsieger Moss bei den Stewards ein gutes Wort für den Kontrahenten ein. “Ich würde das jederzeit wieder tun, weil es fair war”, erklärte Moss, der allerdings nicht nur beim Sammeln von Sympathien erfolgreich war: An 529 Rennen in verschiedensten Klassen nahm er teil, stolze 212-mal ging der Sieg an ihn.

Auch wenn das Rennfahren zu Moss’ Glanzzeiten ungleich gefährlicher und deutlich weniger ertragreich war als heutzutage, wollte der Gentleman nie mit der modernen Generation tauschen. “Wir hatten einfach viel mehr Spaß”, sagte Moss einmal: “Wenn die Rennflagge fiel, waren wir knallhart und kämpften gegeneinander. Ansonsten waren wir Freunde. Wir haben es fürs Amüsement gemacht.”

Gastrolle in James-Bond-Film

Moss gehörte zu den schillerndsten Figuren der Branche. 1967 spielte er sogar in einem James-Bond-Film mit, er war – wie sollte es anders sein – in dem Streifen bei einer Auto-Verfolgungsjagd dabei. Auch dass er nach seinem Sieg bei der Mille Miglia 1955 anschließend seine Freundin Sally Weston ohne Schlaf nach Köln chauffierte, trug nicht unwesentlich zur Legendenbildung bei.

Der dreimal verheiratete Moss suchte und fand wie viele seiner Zeitgenossen das Risiko. Und er hatte das Glück, seine Leidenschaft nicht mit dem Leben bezahlen zu müssen.

Im Mai 1963 endete seine Rennfahrer-Karriere auf der verlassenen Rennstrecke von Goodwood. Moss steuerte im Regen einen Lotus. Nach 30 Minuten stieg er langsam aus und schüttelte den Kopf. “Ich reagiere nicht mehr schnell genug”, sagte er mit traurigem Gesichtsausdruck.

Hamilton über Sir Stirling Moss

Fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor war er auf derselben Rundstrecke schwer verunglückt. Fast jeder Knochen seiner rechten Körperseite war gebrochen, zudem erlitt er einen schweren Gehirnschaden. 38 Tage lang war Moss teilweise oder komplett bewusstlos. Er kam durch, fuhr aber nie mehr in der Formel 1.

Auch wenn Stirling Moss bis ins hohe Alter nicht von schnellen Autos lassen konnte, war er der jüngeren Generation vor allem als humorvoller älterer Gentleman bekannt, der “mit seinem Spazierstock herumläuft und sich einfach draufsetzt, wenn er mit dir ein Schwätzchen hält”, sagte Lewis Hamilton.

Der sechsmalige Weltmeister fasste seine Trauer auf Facebook in Worte: “Heute nehmen wir Abschied von Sir Stirling Moss, der Renn-Legende.”

“Ich werde unsere Gespräche vermissen”, schrieb Hamilton: “Zwei Menschen aus ganz unterschiedlichen Zeiten und Backgrounds, aber zwischen uns sprang der Funke über und schlussendlich machte uns die gemeinsame Liebe für das Rennfahren zu Kameraden. Ich bin wirklich dankbar, diese speziellen Momente mit ihm gehabt zu haben.”

Im Fahrerlager sah man Moss zuletzt nicht mehr. Im Dezember 2016 erlitt er eine schwere Brustinfektion, im Januar 2018 erklärte der Sir seinen Rückzug aus der Öffentlichkeit. Zuletzt wurde er von seiner Frau in seinem Haus in London gepflegt.

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Skandal-Chef, Playboy, Macher: Briatore wird 70

Seinen 70. Geburtstag am Ostersonntag feiert Flavio Briatore in ungewohnter Ruhe und Beschaulichkeit. Der langjährige Formel-1-Manager, Unternehmer und Lebemann wird wegen der Coronakrise keine seiner legendären Partys auf Sardinien organisieren.

Stattdessen wird es familiär zugehen in seinem Luxusappartment in Monte Carlo, wo sich sein zehnjähriger Sohn Nathan Falco und seine Ex-Ehefrau Elisabetta Gregoraci angesagt haben.

Weltmeister mit Schumacher und Alonso

Briatore kann besonders in der Formel 1 auf ein bewegtes Leben zurückschauen. 1991 holte er einen gewissen Michael Schumacher nach dessen erstem Rennen zu seinem Benetton-Rennstall und feierte mit dem Deutschen 1994 und 1995 den WM-Titel.

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2005 und 2006 wiederholte Briatore den Coup bei Renault mit dem Spanier Fernando Alonso. Nicht wenige prophezeiten dem schillernden Strippenzieher den Aufstieg zum Chef der Königsklasse.

Formel-1-Chef? Briatore nach Unfall-Anweisung eine Persona non grata

Briatores große Zeit in der Formel 1 endete allerdings jäh aufgrund der “Crashgate”-Affäre.

Sein damaliger Renault-Schützling Nelson Piquet jr. fabrizierte beim Großen Preis von Singapur 2008 einen absichtlichen Unfall – offensichtlich auf Anweisung seines Teamchefs Briatore – damit Renault-Star Alonso den Sieg abstauben konnte. Daraufhin war Briatore in der Formel 1 eine Persona non grata.

Briatore ist Playboy geblieben – Topmodels wie Campbell und Heidi Klum an seiner Seite

Der Lebemann blieb aber auch abseits des Motorsports dick im Geschäft. Briatore gehört das Luxuslabel “Billionaire Couture”, der “Billionaire’s Club”, eine Diskothek auf Sardinien, dazu der Club “Twiga” in Monte Carlo und mehrere Restaurants und Bars.

Fast immer an der Seite des stets braungebrannten Playboys: schöne Frauen. Briatore war mit den Topmodels Naomi Campbell und Heidi Klum liiert, mit der Deutschen hat er die 2004 geborene Tochter Leni. Von Juni 2008 bis 2017 war der Milliardär mit dem 30 Jahre jüngeren Showgirl Elisabetta Gregoraci verheiratet.

Seine neueste Flamme ist sogar fast 50 Jahre jünger als er.

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"Lap of the Gods" – als Senna in einer Runde alle vorführte

Sie gilt als Geniestreich, Sternstunde, Meilenstein – und wird wohl ewig Bestand haben.

Es ist der 11. April 1993, als Ayrton Senna in der Formel 1 die für viele Experten beste Runde aller Zeiten – die sogenannte “Lap of the Gods” – auf den Asphalt brennt.

Wobei brennt nicht ganz passt: Schließlich ist das Wetter hundsmiserabel an diesem Sonntag in Donington Park. Immer wieder regnet es leicht bei dem bislang einzigen Grand Prix unweit des englischen Ortes Castle Donington in der Grafschaft Leicestershire.

Zu einem historischen Spektakel soll es dank Senna dennoch werden.

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Senna verliert gegen Schumacher, aber dann…

Doch der Reihe nach: Alain Prost und Damon Hill stehen für das 1993 dominierende Team Williams-Renault in der ersten Reihe, als das Rennen freigegeben wird. Senna startet von Position 4, fährt einen McLaren mit V8-Ford-Motor im Heck.

Beim Start fällt Senna nach einem Duell mit Michael Schumacher um eine Position zurück, findet sich auf Platz 5 wieder. Doch es dauert nicht lange, ehe der brasilianische Ausnahmepilot am Deutschen und dessen Benetton vorbei ist. Kurz darauf überholt Senna dann auch Karl Wendlinger (Sauber) außen herum.

Während Sennas Teamkollege Michael Andretti und ein weiterer Pilot abfliegen, fährt Senna trotz der schwierigen Bedingungen wie auf Schienen.

Schließlich sind auch die Williams-Autos fällig – erst Hill in der McLeans-Kurve, dann Prost in der Melbourne-Haarnadel. Ein Husarenritt von Senna, und alles in der ersten Runde wohlgemerkt.

Senna überrundet bis auf Hill alle Fahrer

Es ist der Auftakt eines Rennens für die Geschichtsbücher und selbst ein Problem in der Box, welches Senna 20 Sekunden kostet, kann seinen Sieg nicht verhindern.

Der damals 33-Jährige siegt am Ende mit unfassbaren 83 Sekunden Vorsprung auf Hill. Alle Fahrer bis auf den Zweitplatzierten Hill werden überrundet – nicht zuletzt Erzrivale Prost, der Dritter wird und hinterher fassungslos ist wie so viele andere.

Es ist Sennas zweiter von insgesamt fünf Saisonsiegen 1993 und einer der größten Triumphe überhaupt im Leben des Brasilianers, der bis zu seinem tödlichen Unfall auf dem Kurs von Imola beim Großen Preis von San Marino nur ein gutes Jahr später dreimal Weltmeister wird.

Senna düpiert Prost auch mit der Taktik

“Ich bin sprachlos. Ich hätte mir wirklich nicht träumen lassen, dass ich so zwei Siege erziele”, sagt Senna hinterher und verweist auf seinen Coup bereits zuvor beim Grand Prix von Brasilien in Interlagos: ”Sie (Williams, Anm. d. Red.) haben die technische Überlegenheit, deshalb hielten wir das hier für die beste Taktik.”

Die da hieß, bei ständig wechselnden Bedingungen nur vier Boxenstopps einzulegen und auch bei schwierigen Bedingungen auf Slicks zu bleiben, während sein großer Rivale Prost sieben Mal rein muss.

Ebenfalls bemerkenswert: In Runde 57 fährt Senna die schnellste Runde auf kuriose Art und Weise.

Sennas irrer Coup in der Boxengasse

Senna kam an die Box und wollte auf Regenreifen wechseln: ”Ich dachte, sie hätten mir gesagt, dass ich reinkommen soll. Aber ich kam nicht. Später sagte ich ihnen, dass ich jetzt komme, aber da waren sie nicht bereit. Also musste ich durch die Boxengasse fahren”, sagte Senna.

Als Formel-Ford- und Formel-3-Champion, der bereits in Donington gewonnen hatte, kennt Senna zudem die Strecke besser als die meisten anderen. Daher gibt er sofort Gas und wartet nicht erst, bis die Reifen da sind. Schließlich gibt es damals dort kein Tempolimit in der Boxengasse.

Prost ist nach dem Rennen zutiefst erschüttert, ringt nach Worten, spricht von Problemen mit der Gangwahl, dem Reifendruck, den Flügeleinstellungen – und dem Gefühl, dass sein Auto nicht mehr fahrtüchtig sei, wenn er auf Slicks umsteigt. 

Das sagte wohlgemerkt der Mann, der im damals schnellsten Wagen saß und seit vielen Jahren Probleme hatte, wenn es regnete und von Senna dann regelmäßig vorgeführt wurde.

Senna, der sich Prosts Klagen angehört hatte, entgegnete deshalb trocken: ”Vielleicht solltet ihr dann mit mir das Auto wechseln.”

Verrücktes Erlebnis für jungen Barrichello

Auch wenn es für Prost schwer zu akzeptieren war – Senna war in Donington 1993 allen anderen einfach immer einen Schritt voraus. Niemals zuvor war der Abstand zwischen einem Ersten und einem Zweiten in der Formel 1 größer.

Sein junger Landsmann Rubens Barrichello, damals in seinem ersten F1-Jahr, erinnerte sich hinterher, wie er überrundet wurde.

“Ich war im Rennen verloren, ich wusste nicht, in welcher Runde ich war. Alles, was ich sah, war ‘P2′ – das heißt, ich war auf dem zweiten Platz. Dann sah ich Ayrton hinter mir und dachte: ‘Nun, jetzt bin ich P1. Jetzt führe ich’”, sagte Barrichello einmal bei Senna.TV.

Und weiter: “Obwohl er mein Idol ist, lasse ich ihn nicht vorbeiziehen. Dann sah ich die blaue Flagge, was bedeutete, dass ich von Senna überrundet wurde.”

Bitterer Tiefschlag für Prost

Während es Barrichello halbwegs sportlich nahm, kam es für Sennas Erzrivale einer Demütigung gleich.

“Der Ton das ganze Wochenende über war geprägt von der erbitterten Rivalität zwischen Ayrton gegen Prost”, weiß Martin Whitmarsh, heute Teamchef und damals bereits Betriebsleiter bei McLaren, “und das war ziemlich persönlich. Alain war ein großartiger Fahrer, und er hatte einen Williams mit Renault-Getriebe – während wir einen Cosworth mit Drahtfedern fuhren statt mit pneumatischen Ventilen.”

Was Sennas Sternstunde an diesem 11. April nur umso herausragender macht.

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Ecclestone: Hamilton würde bei Ferrari "nicht überleben"

Markante Worte von Bernie Ecclestone!

Der frühere Formel-1-Boss hat sich in der neuesten Ausgabe von Autocar, aus dem Racefans vorab zitiert, zu einem möglichen Engagement von Lewis Hamilton bei Ferrari geäußert.

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“Lewis hat maximale Unterstützung”, ist sich der 89-Jährige sicher. Bei einem Wechsel zur Scuderia müsste er sich dagegen auf eine gänzlich neue Situation einstellen. 

Leclerc hat den nötigen Rückhalt

Beim Team aus Maranello hat Youngster Charles Leclerc, der kürzlich seinen Vertrag bis 2024 verlängerte, die volle Unterstützung der Mitarbeiter. Zeigt Leclerc auch in Zukunft starke Leistungen, “dann wird er das nicht überleben”, so Ecclestone in Bezug auf Hamilton.

“Sie würden ihn begraben”, mahnt der werdende Vater.

Der Vertrag von Lewis Hamilton bei den Silberpfeilen läuft Ende des Jahres aus. Eine Verlängerung gilt als wahrscheinlich, jedoch wird der Brite auch mit den Roten immer wieder in Verbindung gebracht. 

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Dubioses Detail in der Ferrari-Affäre enthüllt

Die Affäre um die Betrugsvorwürfe gegen Ferrari wird immer verrückter.

Jean Todt, Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, berichtet nun von einem unglaublichen Vorfall.

Er wollte eigentlich Details zur Situation rund um die möglichen Tricksereien am Ferrari-Motor 2019 öffentlich machen. Die Scuderia habe ihm dies aber verboten.

“Wenn Sie mich fragen, würde ich gerne alle Einzelheiten der Situation schildern, aber sie (Ferrari, Anm. d. Red.) waren dagegen”, sagte Todt bei Motorsport-Total.com: “Sie wurden sanktioniert, aber Details zur Sanktion können wir nicht nennen.”

FIA veröffentlicht kurze Mitteilung

Ein Maulkorb für den höchsten Mann im Automobilrennsport – der pikanterweise einst selbst Ferrari-Boss war? Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist offensichtlich Realität.

Dabei würden Fans wie Experten gleichermaßen gerne wissen, wie, in welchem Umfang und wofür genau Ferrari die von Todt angesprochenen Strafen erhalten hätten.

Dass sich die FIA überhaupt mit den Vorwürfen gegen das Team von Sebastian Vettel beschäftigt hat, erfuhr die Öffentlichkeit lediglich aus einer kurzen Pressemitteilung des Weltverbandes am 28. Februar mit dem Titel: “FIA beendet Analyse der Formel-1-Power-Unit der Scuderia Ferrari”.

Im weiteren Text war dann nur von einer “Einigung” der beiden Seiten zu lesen, und dass Details dazu nicht weitergeben werden dürften.

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Wäre es nach Ferrari gegangen, hätte die Öffentlichkeit wohl nicht einmal von der ominösen Einigung erfahren. So zumindest kann man Todts Worte deuten.

Teams kritisieren “Einigung” zwischen FIA und Ferrari

“Natürlich hätten wir auch gar nichts sagen können”, erklärte der Franzose: “Wir waren aber der Meinung, dass es falsch gewesen wäre, es nicht anzusprechen, dass der Fall Ferrari diskutiert wurde und dass es Sanktionen gegeben hat.”

Als Reaktion darauf hatten sich sieben Teams, darunter auch Mercedes, über das Vorgehen von FIA und Ferrari beschwert.

Allerdings haben sich die Silberpfeile mittlerweile aus dieser Angelegenheit zurückgezogen, was bei Todt für Verwunderung sorgte: “Eines der Teams hat sich entschieden, dass sie völlig außen vor sind, obwohl sie einer der Anführer waren.”

Laut Medienberichten soll sich Daimler-Boss Ola Källenius höchst persönlich eingeschaltet und Motorsportchef Toto Wolff zurückgepfiffen haben. Angeblich habe er sich mit den Ferrari-Verantwortlichen hinter verschlossenen Türen darauf verständigt, im Sinne des Geschäfts die Sache auf sich beruhen zu lassen.

Noch fördert die Affäre mehr Fragen als Antworten zu Tage. Und solange Ferrari weiter schweigt, dürfte sich daran auch nichts ändern.

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Traum-Duo "Schumi" und Senna? "Hätte nicht funktioniert"

Was wäre gewesen, wenn…? Diese Frage lässt sich meistens nur schwer beantworten.

So auch in diesem Fall: Dass Michael Schumacher und Ayrton Senna einst für denselben Rennstall hätten fahren können, war nie eine ernsthafte Option – auch wenn es sich der ein oder andere Formel-1-Fan noch so sehr gewünscht hätte. 

Laut Luca di Montezemolo, dem ehemaligen Ferrari-Präsidenten, wäre die Paarung dieser zwei Legenden, dieser Superstars gescheitert.

Di Montezemolo: Schumacher/Senna hätte nicht funktioniert

“Eine Paarung Schumacher/Senna hätte bedeutet, dass wir uns selbst in den Fuß schießen”, sagte di Montezemolo zu Sky Sport 24. “Das hätte nicht funktioniert, denn wenn man zwei Superstars im selben Team hat, dann gewinnt man nicht.”

Die Fans hätten mit den beiden Formel-1-Piloten eine gute Show geboten bekommen, “aber es wäre nicht gut für Ferrari gewesen.” Die Entscheidung, wen die “Scuderia” verpflichten wollte, war eigentlich eindeutig.

Senna, der 1988, 1990 und 1991 Weltmeister wurde, sollte und wollte nach seinem Vertragsende bei Williams 1996 eigentlich zu Ferrari wechseln. Sein tödlicher Unfall in Imola 1994 verhinderte den Wechsel zum Traditionsrennstall.

Schumacher zu Ferrari: di Montezemolo verteidigte Verpflichtung

Dass Schumacher, der als zweimaliger Weltmeister von Benetton kam, nicht sofort verpflichtet wurde, lag an der Umstrukturierung Ferraris.

“Wir hatten nicht das Auto, um zu gewinnen”, gesteht di Montezemolo Jahre später. “Michael (Schumacher, d. Red.) ist nach einer langen Umstrukturierung des gesamten Teams gekommen. Er ist zu uns gestoßen, als der Fahrer den Unterschied machen konnte.”

Di Montezemolo war es auch, der die Verpflichtung des Kerpeners intern durchsetzte und verteidigte: “Ich war überzeugt von meiner Wahl, weil die Zeit reif war.”

Schumacher mit Ferrari fünf Mal Weltmeister – Barrichello beugt sich der Stallorder

Schumacher und Ferrari hatten dennoch ein paar Anlaufschwierigkeiten. Erst 2000 gelang der erste gemeinsame WM-Titel, der erste nach 21 Jahren für die Italiener. Bei diesem und den insgesamt fünf Titel in Folge war jeweils ein anderer Brasilianer an Schumachers Seite – Rubens Barrichello.

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Auch wenn sich Barrichello der Stallorder beugte, ganz zufrieden war auch er nicht mit seiner Rolle. Allerdings ließ sich ihre Teamchemie besser durch di Montezemolo steuern, als er es von dem vermeintlichen Traumpaar Schumacher/Senna erwartet hätte.

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