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Schrecksekunde für Mick: "Hauptsache, es geht den Jungs gut"

Mick Schumacher hat bei seinem vierten Formel-1-Rennen eine Schrecksekunde erlebt.

Im TV waren diese Bilder nicht zu sehen, doch der Haas-Rookie verriet nach dem Großen Preis von Spanien, was genau vorgefallen war. (Service: Fahrerwertung der Formel 1)

“Es ist auch frustrierend, weil der Boxenstopp uns allen ein wenig Schrecken eingejagt hat. Das müssen wir analysieren, was dort passiert ist. Aber Hauptsache ist, es geht den Jungs gut”, sagte Schumacher bei Sky.

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Schumacher spricht über Schrecksekunde

Der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher sprach weiter über seine Schrecksekunde: “Es scheint, als ob ich schneller reingefahren bin, aber nicht großartig schneller als im Freien Training. Dann hatte ich ein stehendes Rad und dadurch hält es natürlich auch nicht schneller an.”

Dadurch, dass er den Wagen etwas zu spät zum Halten brachte, wurde der Mechaniker am Wagenheber kurz in die Luft gehoben.

Schumacher entschuldigte sich sofort am Funk: “Tut mir sehr leid – sind alle okay?”. Seine Crew gab sofort Entwarnung: “Mach dir keine Sorgen, alles ok.”

Schumacher lässt Mazepin deutlich hinter sich

Abgesehen von dieser Szene lieferte der 22-Jährige ein sehr solides Rennen ab, auch wenn es am Ende nur für Rang 18 reichte. Doch mehr ist mit dem klar schwächsten Auto im Feld einfach nicht drin.

Dabei hatte Schumacher einen guten Start erwischt, den er selbst so beschrieb: “Die erste Runde war sehr gut, wir waren sofort gut dabei und an beiden Williams vorbei.”

Doch lange konnte der Haas-Pilot die Williams-Fahrer nicht hinter sich halten. Dafür aber seinen Teamkollegen Nikita Mazepin, der erst 50 Sekunden hinter Schumacher ins Ziel kam.

Schumachers Fazit lautete daher auch: “Wir haben viel gelernt, die Zielflagge gesehen und das ist das Wichtigste.”

Das dürfte beim nächsten Rennen in Monaco ungleich schwieriger mit dem Haas werden – vor allem für seinen Teamkollegen.

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… und wieder Mazepin: "Der hat mir heute die Quali versaut"

Lewis Hamilton schreibt weiter Formel-1-Geschichte.

Im Qualifying für den Großen Preis von Spanien fuhr der Mercedes-Pilot bereits die 100. Pole-Position seiner Karriere ein. Danach dachte der Rekord-Weltmeister an seine Formel-1-Anfänge zurück und erinnerte sich vor allem an den Kampf mit Fernando Alonso, der demnach nicht von Anfang unter gleichen Bedingungen stattgefunden hatte. (Formel 1: Der Große Preis von Barcelona am Sonntag ab 15 Uhr im LIVETICKER)

Sebastian Vettel verpasste indes wieder einmal den Sprung unter die besten zehn Fahrer. Der Aston-Martin-Pilot haderte nach dem Qualifying damit, dass er bei den engen Abständen “auf der falschen Seite stand”. Der viermalige Weltmeister gab aber auch zu, keine fehlerfreie Runde erwischt zu haben.” Mick Schumacher konnte derweil “happy” sein, wenngleich ihn eine Kleinigkeit trotzdem ärgerte.

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SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying in Barcelona von Sky, aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Lewis Hamilton (Mercedes), Startplatz 1:

“Die Pole war ein hartes Stück Arbeit, und zunächst war ich mir nicht sicher, ob es reichen würde. Ich ließ den Wagen vor dem Qualifying umbauen, und als ich auf die Strecke fuhr, schoss mir sofort durch den Kopf – oh, oh, das war keine gute Idee. Der Wagen untersteuerte zu stark und lenkte träge ein. Danach gelang es mir aber zum Glück, den Wagen schrittweise zu optimieren.”

… über die Jubiläums-Pole: “Jeder weiß, dass ich kein Freund von Statistiken bin, aber die 100. Pole? Das muss ich erst mal sacken lassen. Ich kann nur sagen – diese 100. Pole fühlt sich an wie meine erste. Wenn ein Rekord fällt, denke ich immer zuerst an die Menschen, die mich in meiner Karriere begleitet haben und an die fabelhafte Unterstützung von allen Fachleuten in den beiden Rennwagenwerken, die Tag und Nacht schuften. Mir ist es wichtig, dass sie wissen: Ohne sie ginge das nicht.”

… über seine Erinnerungen an die erste Pole: “Ich bin so aufgekratzt wie bei meiner ersten Pole. Ich kann mich daran erinnern, dass ich zu Beginn meiner ersten Saison oft mit mehr Sprit im Tank fahren musste als mein damaliger Teamkollege (Fernando Alonso bei McLaren, Anm. d. Red.) - und zehn Kilo Sprit machen drei Zehntelsekunden aus. In Kanada ging ich erstmals mit der gleichen Spritmenge auf die Strecke, und es hat zur Pole gereicht.”

Max Verstappen (Red Bull), Startplatz 2:

“Wir hatten etwas Probleme in Q1, aber in Q2 war die Balance wieder gut. In Q3 lief es eigentlich ganz gut, nur der zweite Versuch war schwierig aufgrund der Böen schwierig. Aber trotzdem ist P2 auf dieser Strecke ein gutes Ergebnis. Wir wussten, dass es gegen Mercedes hier hart werden wird, aber es freut mich, dass wir so nah dran sind.”

… über die Chancen am Start: “Wir haben mit rund 600 Metern eine sehr lange Anfahrt zur ersten Kurve, da eröffnen sich Chancen. Aber dazu muss mir ein guter Start gelingen – also schauen wir mal.” (SERVICE: Fahrerwertung)

… über das Duell mit Mercedes: “Ich glaube, die Autos liegen auf Augenhohe, was das Tempo angeht, also wird das Reifen-Management ganz entscheidend sein im Rennen. Die Hinterreifen neigen hier zum Überhitzen, das werden wir im Griff haben müssen. Jeder weiß, wie schwierig es ist, hier zu überholen.”

Valtteri Bottas (Mercedes), Startplatz 3:

“Ich bin sehr enttäuscht. Meine erste Runde war besser als die zweite. Aber im Scheitelpunkt von Kurve 10 verlor ich Zeit, eine Zehntelsekunde, vielleicht etwas mehr. Keine Ahnung, ob das etwas mit einer Böe zu tun hatte oder nicht. Das kann mal passieren, aber es geschah eben zum dümmsten Moment.”

… über seine Chancen im Rennen: “Wir haben ein gutes Auto, da ist im Rennen alles möglich. Wenn ich mir die Longruns vom Freitag ansehe, wird das ein heißer Tanz mit Red Bull. Das Reifen-Management wird dieses Rennen entscheiden. Ich habe im Training gezeigt: Mein Speed stimmt, ich konnte ihn einfach im entscheidenden Moment nicht umsetzen.”

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Lando Norris (McLaren), Startplatz 9:

… über das Blockieren von Nikita Mazepin: “Der hat mir heute die Quali versaut. Dabei hatte sich der Wagen prima angefühlt, und ich war richtig gut drauf. Es war nur ein Mann, der nicht aufgepasst hat. Aber genau das bedeutete, dass ich einen weiteren Satz Reifen verwenden musste. In diesem Mittelfeld, in dem es um Hundertstel geht, kannst du dir so etwas nicht erlauben. Das ist sehr ärgerlich. Ich bin überzeugt, dass ich es in die dritte Startreihe hätte schaffen können. Und dann kam ich in Q3 auch noch als Erster zu der Stelle, an der Pérez Kies auf die Strecke gebracht hatte. Heute hatten wir einfach kein Glück. Aber alles begann mit dieser verflixten Szene im Q1.”

Sebastian Vettel (Aston Martin), Startplatz 13:

“Heute war es sehr eng. Ich stand einfach auf der falschen Seite, was die Abstände angeht. Auf meinem letzten Satz hatte ich Mühe, die Reifen ins Arbeitsfenster zu bringen. Wenn die Abstände so gering sind, machen Kleinigkeiten viel aus – und meine letzte Runde war nicht ganz sauber. Wenn man da und dort etwas Zeit liegen lässt, kommt dieser Rückstand zusammen.”

… über die Chancen im Rennen: ”Das Überholen wird schwierig, aber vielleicht gelingt uns ein bisschen etwas mit der Strategie. Falls sich die Chance bietet, am Anfang Boden gut zu machen, müssen wir sie ergreifen und nicht zu geduldig sein. Aber es wird ein langes Rennen – wir werden sehen, was wir machen können. Es wäre einfacher, von weiter vorne zu starten, aber es ist, wie es ist.”

Mick Schumacher (Haas), Startplatz 18:

“Wir haben uns eigentlich fünf Zehntel hinter dem Williams gesehen – von daher haben wir eine recht gute Runde hinbekommen, denke ich. Leider habe ich ein bisschen was verloren in der ersten Kurve. Vielleicht hätte ich dann noch Kimi (Räikkönen, Anm. d. Red.) schlagen können. Die Änderungen, die wir von gestern auf heute vorgenommen haben, waren definitiv sehr positiv.”

… über die Verbesserungen nach dem schwachen Freitag: “Wir haben versucht mehr Grip auf der Vorderachse zu kriegen und das ist uns gelungen. Wir haben uns im 3. Training recht wohl gefühlt und sind für das Qualifying sogar noch ein paar Schritte mehr gegangen. Von unserer Seite alles richtig gemacht. Ich bin sehr happy.”

Toto Wolff (Mercedes-Teamchef):

“Wenn es so knapp zugeht, ist es schwierig, die Ursache dafür zu finden. Aber die zweite Runde von Max war im Mittelsektor mit Fehlern. Im letzten Sektor holte er noch einmal auf, da hatten wir aber bereits einen entscheidenden Vorsprung aufgebaut.”

… über das Duell mit Red Bull und Verstappen: “Wer nach dem Start die Nase vorn hat, hat eine gute Chance, weil das Überholen so schwierig ist. Aber Under- oder Overcut geht im Rennen womöglich.”

Helmut Marko (Red-Bull-Motorsportkonsulent):

“Der Ärger überwiegt, mit einer so minimalen Differenz nur Zweiter zu werden … wir haben es nur in einer Kurve verloren, das war Kurve 4. In diesem Sektor haben wir zwei Zehntel verloren. Aber so gesehen gehen wir positiv ins Rennen, denn wir wissen, dass wir ein schnelles Auto haben. Die Longruns waren gut.”

… über den achten Platz von Sergio Pérez: ”Wir hatten schon gehofft, dass wir ihn strategisch miteinbeziehen können. Aber durch den Dreher im ersten Run war er natürlich gehandicapt. Das Rennen wird lang, überholen ist traditionsgemäß leider schwierig. Aber er ist ein guter Reifenflüsterer, eventuell können wir das ins Spiel bringen.”

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Nächste Ohrfeige für Mazepin! Strafe nach schwacher Leistung

Es gibt mal wieder Negativ-Nachrichten rund um Nikita Mazepin.

Der Haas-Pilot und Teamkollege von Mick Schumacher ist nach dem Qualifying zum Großen Preis von Spanien in Barcelona von den Renn-Kommissaren bestraft worden, weil er McLaren-Pilot Lando Norris behindert hatte (Formel 1: Der Große Preis von Barcelona am Sonntag ab 15 Uhr im LIVETICKER).

Im ersten Qualifying-Abschnitt war Norris auf einer schnellen Runde unterwegs, geriet dann aber in der letzten Schikane in einen Pulk von Autos. Während die anderen Boliden dem pfeilschnellen Briten Platz machten, tat Mazepin dies nicht – obwohl er über den heranrauschenden Norris informiert worden war.

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Der Haas-Pilot war zu diesem Zeitpunkt selbst dabei, sich für eine schnelle Runde aufzustellen.

Mazepin hielt Norris massiv auf

Weil er noch die vor ihm fahrenden Autos von Kimi Räikkönen und Yuki Tsunoda überholen wollte, um im Anschluss Gas geben zu können, hielt er Norris massiv auf. (Service: Fahrerwertung der Formel 1)

Der McLaren-Pilot verlor dadurch nicht nur viele Zehntel, sondern musste in der gleichen Session auch noch einen zweiten Reifensatz verbrauchen, um seinen Einzug in das Q2 zu sichern – dieser Reifensatz fehlte ihm am Ende im Kampf um eine gute Ausgangsposition im Q3.

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In der Begründung der Kommissare hieß es nach der Anhörung beider Piloten: “Die Stewards haben festgestellt, dass Mazepin, nachdem er eindeutig über Norris’ Aufenthaltsort informiert worden war, durch seine Entscheidung, herauszuziehen und Räikkönen und Tsunoda wieder zu überholen, Norris eindeutig behindert hat. Dieser hat dadurch viel Zeit verloren.”

Haas-Pilot erhält Strafpunkte

Der Russe wurde mit einer Rückversetzung um drei Plätze bestraft – was ihm egal sein kann, da er ohnehin als Letzter in das Rennen startet. Zudem erhält er einen Strafpunkt auf seine Lizenz. (Der Rennkalender der Formel 1)

Die Strafe dürfte Mazepin überrascht haben, sprach er nach dem Qualifying doch noch von seinem “zweiten sauberen Qualifying”, mit dem er “ziemlich zufrieden” sei.

Bei Norris war der Ärger dagegen groß. “Ich hatte nur einen Kerl, der mich sehr aufgehalten hat”, sagte er, ohne den Namen des Haas-Piloten in den Mund zu nehmen. Das war auch nicht nötig, denn jeder wusste, wer damit wieder einmal gemeint war.

Mazepin brachte all dies sowieso wenig – sein Rückstand auf Teamkollege Mick Schumacher betrug am Ende stolze sieben Zehntel.

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Formel 1 Kosten – so viel kostet eine Saison in der F1

Die Formel 1 Kosten – die Budgets der Rennställe

Dass die Formel 1 und der Unterhalt der Rennfahrzeuge teuer sind, ist sicherlich kein Geheimnis. Doch nur die wenigsten Fans wissen genau, mit welchen Budgets die Teams der Formel 1 arbeiten und was die einzelnen Teile von einem Boliden in der F1 kosten.

Oft wird kritisiert, dass finanzstarke Rennställe einen Vorteil gegenüber kleineren Teams haben. Dies zeigt sich an den Budgets der Teams in der Saison 2016. Während das kleinste Team mit etwa 90 Millionen im Jahr auskommen musste, standen den Topteams etwa 470 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Mit Beginn der Saison 2021 änderte die FIA das Regelwerk. Für die Formel-1-Autos 2021 gilt nun eine Budgetbegrenzung von 145 Millionen Euro. Das Gehalt der Fahrer ist hierbei jedoch nicht mit eingerechnet.

Was verdient ein Rennfahrer in der Formel 1?

Auch das Gehalt der Formel 1 Fahrer belastet das Budget der Teams. Die Top-Fahrer der Formel 1 verdienen Spitzengehälter. Dies liegt vor allem daran, dass es nur wenige Fahrer auf der Welt gibt, die auf diesem Niveau mithalten können.

Das Formel 1 Fahrer Gehalt einer der erfolgreichsten Akteure im Rennzirkus, des Briten Lewis Hamilton, soll bei Mercedes in der Saison 2021 bei rund 35 Millionen Euro liegen. Sebastian Vettel verdiente zu seinen Zeiten bei Ferrari angeblich sogar noch besser. So soll er in der Saison 2020 etwa 40 Millionen Euro erhalten haben.

Die weniger bekannten Fahrer bei den kleineren Teams verdienen im Schnitt zwischen drei Millionen und 500.000 Euro pro Jahr. Damit sind diese Formel 1 Fahrer Gehälter auf einem ähnlichen Niveau wie die der besten Renningenieure. Diese sind für das Design und die Technik der Fahrzeuge verantwortlich und verdienen ebenfalls rund eine halbe Million Euro pro Jahr. Bei den Mechanikern des Boxenteams bewegen sich die Gehälter dann langsam auf einem normalen Level. Im Schnitt sollen diese etwa 43.000 Euro jährlich für ihre Arbeit erhalten.

Formel 1 Kosten – so setzen sich die Kosten für einen Rennwagen zusammen

Einer der größten Posten im jährlichen Budget eines Teams in der Formel 1 ist das Fahrzeug selbst. Dabei gilt es zu beachten, dass die Formel 1 Auto Kosten nicht nur alleine durch Material und Produktion entstehen. Die Forschung verschlingt ebenfalls viel Geld. So soll alleine die Einrichtung eines Windkanals mit etwa 50 Millionen Euro zu Buche schlagen. Hinzu kommen die laufenden Kosten des Windkanals, die laut Insidern zwischen 900 und 2.000 Euro pro Stunde liegen.

Die Formel 1 Auto Kosten am Beispiel von Force India

Der Formel 1 Rennstall Force India hat vor einiger Zeit die exakten Kosten seins eigenen Fahrzeugs publik gemacht. Anhand dieses Beispiels wird deutlich, welche Formel 1 Auto Kosten bereits bei Teams im Mittelfeld der Rennserie anfallen. Bei den Spitzenteams ist davon auszugehen, dass diese noch mehr Geld in die Bauteile investieren.

Das gesamte Fahrzeug von Force India in der Saison 2017 kostete so drei bis vier Millionen Euro. Dabei sind viele Verschleißteile in der Rechnung enthalten, die nach jedem Rennen oder sogar mehrfach pro Rennen bei Boxenstopps ausgetauscht werden. Außerdem bringt jedes Team zwei Fahrzeuge an den Start. Im Verlaufe einer Saison, die aus über 20 Rennen besteht und noch zahlreiche Trainings beinhaltet, lassen sich also die Formel 1 Auto Kosten recht gut hochrechnen.

Der Antrieb – größter Faktor der Formel 1 Auto Kosten

Der Motor ist sicherlich das Herz eines Formel 1 Rennwagens. Dies zeigt sich auch im Preis des Aggregats. Ungefähr eine Million Euro kosten die Hochleistungsmotoren in der Formel 1. Hinzu kommen die Motorabdeckung und der Unterboden. Diese sind immer individuell für das aktuelle Fahrzeug und den Motor angepasst. Dadurch sind diese Bauteile ebenfalls sehr teuer und kosten etwa 250.000 Euro.

Chassis und Bauteile sorgen für weitere Formel 1 Auto Kosten

Die Fahrzeuge der Formel 1 werden aus Hochleistungsmaterialien gefertigt. Diese sind entsprechend teuer. Das komplette Chassis eines Wagens kostet rund 500.000 Euro. Selbst kleinere Unfälle werden schnell teuer. Ein Austausch des Frontflügels erzeugt Kosten in Höhe von 150.000 Euro und der Heckflügel alleine kostet 40.000 Euro.

Ebenfalls sehr teuer sind die Bauteile, die individuell auf den Fahrer angepasst sind. Dies ist bei den Gas- und Bremspedalen der Fall. Sie sind auf die Größe und den Fuß des Fahrers abgestimmt und aus Karbon sowie Titan gefertigt. Ein Satz kostet etwa 10.000 Euro. Der gleiche Betrag wird in den Sitz eines Formel 1 Rennfahrzeugs investiert. Auch dieser ist exakt auf den Körper des jeweiligen Fahrers angepasst.

Das mit Abstand teuerste Bauteil im Cockpit ist jedoch das Lenkrad. Es kostet etwa 60.000 Euro. Schuld ist der hohe Grad an Technik in den Lenkrädern. Ein modernes System setzt sich aus über 100 Funktionen, Anzeigen und Schaltern zusammen. Die Fertigung eines Lenkrads dauert mehr als 100 Arbeitsstunden und primär kommt Karbon zum Einsatz, um das Gewicht niedrig zu halten. Mehr zur Technologie, die in der Formel 1 entwickelt wurde.

Reifen, Radaufhängungen und Felgen – Formel 1 Auto Kosten, die sich summieren

Auf den ersten Blick wirken die Reifen der Formel 1 Fahrzeuge fast preisgünstig. Ein einzelner Reifen kostet ungefähr 1.500 Euro. Für einen Satz sind dies somit 6.000 Euro. An einem Rennwochenende verschleißt ein Team jedoch zahlreiche Sätze an zwei Fahrzeugen. Somit übersteigen alleine die Formel 1 Auto Kosten der Reifen an einem Wochenende schnell 50.000 Euro.

Die Felgen stehen den Reifen in Nichts nach. Eine Felge kostet stolze 5.000 Euro, was somit 20.000 Euro pro Fahrzeug bedeutet. Die komplexe Radaufhängung ist dann ein richtiger Kostenfaktor. Da die Radaufhängung hohe Belastungen aushalten und strenge Sicherheitskriterien erfüllen muss, kostet diese pro Rad 200.000 Euro.

Das Formel 1 Benzin treibt die Kosten nach oben

Selbst Formel 1 Benzin ist ein Faktor, der für enorme Kosten bei den Fahrzeugen sorgt. Dabei ist es nicht der Treibstoff selbst, der ausgesprochen teuer ist. Vielmehr ist der Tank in den Fahrzeugen in den sichersten Teil des Rennwagens integriert, in das Monocoque. Soll mehr Formel 1 Benzin an Bord mitgenommen werden, muss das Fahrzeug neu konzipiert und umgebaut werden. So entstehen teilweise Kosten in Höhe von 250.000 Euro, wenn für ein paar Liter mehr Benzin ein neuer Tank benötigt wird.

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Formel-1-Technik: Das steckt im F1-Boliden

Die meisten Menschen betrachten die Formel 1 als reines Unterhaltungsprodukt. Das ist sie in erster Linie auch. Allerdings fördert die Forschung, die in der Königsklasse des Motorsports betrieben wird, auch Erkenntnisse zutage, von denen andere Bereiche profitieren. Dazu gehören beispielsweise Serienfahrzeuge, aber auch die Kühlsysteme in Supermärkten und die Kommunikation in Krankenhäusern.

Die Formel-1-Technik KERS als Vorreiter für heutige E-Autos

KERS ist die Abkürzung für Kinetic Energy Recovery System. Die Technologie hielt in der Saison 2009 in der Formel 1 Einzug. Die Formel-1-Bremse erzeugt eine Menge Energie, die normalerweise ungenutzt bleibt. Der Sinn von KERS ist es, die Bremsenergie zurückzugewinnen. Das System kann entweder direkt zum Antrieb vom Formel-1-Auto verwendet werden oder die zurückgewonnene Energie in Akkumulatoren speichern.

In der Debütsaison 2009 nutzten nur vier Teams KERS, und zwar:

  • Ferrari
  • McLaren-Mercedes
  • BMW Sauber F1
  • Renault

Sauber und Renault verzichteten nach wenigen Einsätzen auf das System, da es aus ihrer Sicht keine Vorteile brachte. Nachdem sich zur Saison 2010 alle Teams darauf einigten, KERS nicht zu verwenden, war die Technologie 2011 in fast allen Formel-1-Autos verbaut. Inzwischen ist sie ein fester Bestandteil der Boliden. Weil mittlerweile nicht nur kinetische Energie zurückgewonnen wird, wurde sie in ERS (Energy Recovery System) umbenannt.

In seiner ursprünglichen Form stellte das System die technische Basis für die so genannte Rekuperation dar, die heute von vielen Hybrid- und E-Autos verwendet wird. Auch hierbei wird die Energie, die beim Bremsen entsteht, zurück in den Akku geleitet. Dessen Ladestand erhöht sich somit unterwegs, was für kürzere Ladezeiten sorgt und daher Stromkosten spart.

Schaltwippen: Vom Formel-1-Lenkrad in Straßenfahrzeuge

Ein Formel-1-Fahrer muss auf der Rennstrecke rasant den Gang wechseln können, um das volle Potential vom Formel-1-Auto ausschöpfen zu können. Mit der in Straßenfahrzeugen üblichen Technologie mit Kupplungspedal und Schaltknüppel lässt sich der schnelle Gangwechsel nur sehr bedingt realisieren. Daher etablierten sich Ende der 1980er die Schaltwippen. Diese befinden sich an den Seiten vom Formel-1-Lenkrad und ermöglichen es dem Fahrer, mit den Fingern zu schalten. Der erste Grand Prix, in dem diese Formel-1-Technik zum Einsatz kam, war das Rennen in Brasilien im März 1989.

Der Porsche 993 war 1995 das erste serienmäßige Auto, in dem Schaltwippen nach dem Vorbild der Formel 1 zur Ausstattung gehörte. Bald darauf verfügte nahezu jeder serienmäßige Sportwagen über diese Technologie. Auch außerhalb dieser Fahrzeugklasse findet sie zunehmend Verwendung.

Effiziente Formel-1-Motoren

Das wichtigste Bauteil eines Formel-1-Autos ist sein Motor. Dieser sollte möglichst leistungsstark sein und dabei zudem wenig Kraftstoff verbrauchen. Die Formel-1-Technik, die der Verbesserung der Motoren dient, kommt auch der Serienproduktion von Autos zugute. Schließlich ist an so gut wie jedem Formel-1-Team ein Fahrzeughersteller beteiligt, der unter anderem für die Bereitstellung der Motoren zuständig ist.

Im Jahr 2013 hatte ein Formel-1-Motor eine Effizienz von etwa 20 Prozent. Das bedeutet, dass nur ein Fünftel der erzeugten Energie zur Bewegung der Antriebsachse verwendet wurde. Der Großteil der Energie ging somit verloren und wurde beispielsweise in Wärme umgewandelt. Dieser Wert hat sich inzwischen deutlich verbessert. Inzwischen wandelt ein Formel-1-Motor etwa die Hälfte der erzeugten Energie in Antriebskraft um. Die Forschungen, die zu dieser Steigerung geführt haben, verbessern auch der Effizienz von Straßenfahrzeugen. Bei diesen besteht nämlich ein erheblicher Nachholbedarf. Ein durchschnittlicher Ottomotor nutzt die erzeugte Energie nur zu einem Viertel, ein Dieselmotor nur zu einem Drittel aus.

Kommunikationssysteme der Formel 1 in anderen Bereichen

Wenn ein Formel-1-Auto auf der Strecke ist, dann kommunizieren der Fahrer und sein Team zuweilen miteinander. Dabei geht es etwa um die Strategie für das Rennen oder um etwaige Schäden am Fahrzeug. Die Kommunikation muss nicht nur schnell, sondern auch reibungslos vonstatten gehen. Die zugrundeliegende Technologie kommt daher auch in anderen Bereichen zum Einsatz. Beispielsweise sorgt sie in Krankenhäusern dafür, dass Ärzte und Pfleger ohne Probleme per Funk miteinander sprechen können. Auch die Kommunikation mit den Patienten aus der Ferne ist dadurch ganz einfach möglich. Zudem vereinfacht die Formel-1-Technik die Übertragung von Daten, die zur Behandlung kranker oder verletzter Personen benötigt werden.

Ebenso hilfreich ist das im Motorsport verwendete System für Kommunikation und Datenübertragung im öffentlichen Verkehr. So hat McLaren eine Technologie entwickelt, mit der in Singapur die Fahrtzeiten von U-Bahnen und Zügen analysiert werden. Es erkennt, wann die Fahrzeuge an der Station ankommen und wieder abfahren und ob sich eventuell Wartezeiten ergeben. Die Erkenntnisse werden dann genutzt, um das Leitsystem aus Ampeln und Weichen aufeinander abzustimmen. Dies optimiert den Passagiertransport im asiatischen Land.

Die Formel-1-Technik zur Kommunikation wird darüber hinaus auch an Flughäfen eingesetzt. Sie ermöglicht reibungslose Gespräche zwischen Piloten, dem Tower und anderen relevanten Personen.

Energiesparendes Kühlungssystem für den Supermarkt

Für den Alltag der meisten Menschen ist wohl das Kühlregal im Supermarkt die relevanteste Innovation aus der Formel 1. Dort werden nämlich Windleitbleche verwendet, die die Zirkulation der kalten Luft optimieren. Dadurch wird diese effektiver im offenen Kühlregal gehalten und kann nicht mehr so leicht entweichen. In erster Linie ist diese Technologie sinnvoll, weil sie Energie spart. Sie reduziert die Stromkosten um rund 20 Prozent. Zudem sind die Kunden vor dem Regal nicht mehr dem Strom kalter Luft ausgesetzt.

Carbon und Fiberglas für andere Sportgeräte

Um vorteilhafte Fahreigenschaften zu haben, sollte ein Formel-1-Auto möglichst leicht gebaut sein. Dafür setzen die Teams auf leichtgewichtige Werkstoffe – vor allem Carbon und Fiberglas. Beide Stoffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie trotz ihres geringen Gewichts sehr hart sind. Diese Qualität ist auch für andere Produkte äußerst nützlich – so auch für Sportgeräte verschiedener Art. So nutzen viele Fahrradhersteller Carbon und Fiberglas, um leichte und zugleich widerstandsfähige Rahmen zu fertigen. Dabei machen sie sich die Erkenntnisse der Forschung zunutze, die die Formel 1 zur Verbesserung ihrer Fahrzeuge vorantreibt.

Zuweilen nutzen die Formel-1-Teams auch selbst ihre Technologien, um besondere Produkte zu schaffen. So hat McLaren in Zusammenarbeit mit der Fahrradmarke Specialised ein Zweirad konstruiert, das gerade einmal zwei Kilogramm auf die Waage bringt. Red Bull hingegen verwendet Carbon und Fiberglas, um leichte und aerodynamische Surfbretter herzustellen.

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Marko schießt gegen Wolff: "Würde mehr Niveau erwarten"

Das Titelrennen in der Formel 1 elektrisiert die Motorsport-Welt. (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

Der Zweikampf zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton verspricht endlich wieder eine spannende Saison. Kein Wunder, dass es da zwischen Red Bull und Mercedes auch mal zu Spannungen kommt. (BERICHT: Red Bull wirbt Mercedes-Ingenieure ab)

Besonders Dr. Helmut Marko und Toto Wolff geraten immer wieder aneinander. Im Exklusivinterview bei SPORT1 spricht der Red-Bull-Motorsportberater über den Mercedes-Motorsportchef, den WM-Kampf, Verstappen, Red Bull als Motorbauer, Vettel und Mick Schumacher.

SPORT1: Dr. Helmut Marko, Toto Wolff hat Ihnen in Portugal einen neuen Spitznamen verpasst. Sollen auch wir Sie jetzt mit “Mr. Grumpy” ansprechen?

Dr. Helmut Marko: (schmunzelt) Das geht an mir vorbei. Mercedes und wir sind technisch auf relativ gleichem Niveau. Wenn wir schon ins Psychologische abschwenken, dann würde ich mir auch da etwas mehr Niveau erwarten.

SPORT1: Haben sich die Gemüter bei Red Bull nach Portugal wieder beruhigt? Immerhin haben Sie den Mercedes-Kunden da vorgeworfen, im Qualifying für Mercedes gefahren zu sein…

Marko: Das muss man im Zusammenhang sehen. Max ist auf seiner schnellsten Runde. Und wenn dann so ein Funkspruch kommt, dann ist es klar, dass man sich darüber ärgert. Sebastian war in der letzten Kurve entscheidend im Weg, das hat auch nicht geholfen, unsere Position zu verbessern. Und wenn man sich ärgert, muss man das auch sagen dürfen.

SPORT1: Sie glauben also weiter, dass der Funkspruch an Norris anders gewesen wäre, wenn nicht Verstappen, sondern Lewis Hamilton im Rückspiegel aufgetaucht wäre?

Marko: Das hätte man gesagt: Tu Hamilton einen Gefallen (bleibt ernst).

Marko: Verstappen “ist reif für den Titel”

SPORT1: Wie lautet denn generell Ihr Fazit nach den ersten drei Rennen? (Rennkalender der Formel 1 2021)

Marko: Wir hatten drei Rennen und haben eines davon gewonnen. Damit sind wir natürlich nicht zufrieden. Ein Rennen haben wir verloren, weil wir über die Tracklimits gekommen sind. Klar, das ist ein Vergehen. Aber man muss auch mal die Sinnhaftigkeit dieser Regeln hinterfragen. Das sagen ja auch Mercedes-Leute: Wozu zieht man Linien, wenn Platz genug ist? Was mich am allermeisten stört, ist die mangelnde Konstanz in der Bestrafung. Mal gibt es fünf Sekunden, mal zehn Sekunden, mal eine Durchfahrtsstrafe. Grundsätzlich stellt sich mir die Frage: Ist es notwendig, dass man Tracklimits hat? Nein. Was ich verstehe: Es braucht entsprechend Zeit, um die Rennstrecken zu adaptieren. Resümee: Wir sind unter Wert geschlagen, haben summa summarum das schnellere Auto. Mercedes hat mit Hamilton einen nicht übermächtigen, aber unglaublich starken Fahrer, der über sich hinaus wachsen kann. Wenn er eine Chance sieht, dann nutzt er sie. Wir können gewinnen, wenn alles perfekt läuft, aber das war eben nicht der Fall.

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SPORT1: Wie geht Verstappen damit um? Er ist jetzt erstmals in der Situation, dass er eine echte Chance auf den WM-Titel hat, ist aber immer noch blutjung.

Marko: Wir feiern in Barcelona sein fünfjähriges Jubiläum bei Red Bull. Er ist zwischenzeitlich als Mensch und als Fahrer so gereift, dass er auch die Stärke und die Nerven hat, einen solchen Titelkampf mitzugestalten und auszufechten. Max ist reif für den Titel.

SPORT1: Trotzdem wurde er zuletzt für seine kleinen Fehler kritisiert. (Fahrerwertung der Formel 1)

Marko: Hamilton macht auch Fehler, das hat man beim Restart in Portugal gesehen. Die Konsequenzen seiner Fehler sind aber geringer – wie in Imola, das kann man maximal als Glück bezeichnen. Fest steht: Hamilton ist noch abgebrühter. Er kann auf seine Chance warten. Max, das muss man schon sagen, ist vom Charakter her eher temperamentvoll. Oder wenn man es anders ausdrückt: ungeduldiger. Das zeigt sich derzeit etwas zugunsten von Hamilton. 

Verstappen passt optimal zu Red Bull

SPORT1: Reden Sie darüber mit ihm?

Marko: Klar sprechen wir über die Rennen. Direkt danach ist er zu sehr aufgeladen, da ist er noch nicht zugänglich für solche Gespräche. Aber wenn es klar ersichtlich ist, dass man die Sache anders hätte machen können, dann sieht er das durchaus ein. Das wird auch diskutiert, nicht öffentlich und zum richtigen Zeitpunkt.

SPORT1: Aber ist sein Ehrgeiz nicht auch ein gutes Zeichen?

Marko: Ja, und das ist auch die DNA von Red Bull Racing. Wir sind ein leidenschaftliches Rennteam, in dem der Kampf, die Challenge im Vordergrund steht. Da passt ein Fahrer wie Max Verstappen optimal rein. Aber das muss man trotzdem dahingehend zähmen, dass man auch die WM im Blick hat.

SPORT1: Wo hat Ihr Auto Vorteile gegenüber Mercedes und wie lange machen Sie das Entwicklungsrennen mit, bevor Sie sich auf 2022 konzentrieren?

Marko: Wir hatten drei Rennstrecken, die man nicht als charakteristisch hinstellen kann. Bahrain war wegen der Temperatur außergewöhnlich, Imola wegen des Regens und in Portugal wegen des Streckenbelags, der sehr wenig Grip aufbaut. In Barcelona kommen wir erstmals auf eine charakteristisch normale Rennstrecke mit normaler Temperatur. Bis dato unser Vorteil die Qualifyingrunde. Im Rennen hat das Pendel je nach Reifentyp Richtung uns und Richtung Mercedes ausgeschlagen. Wir wollen diese WM gewinnen, ganz klar. Wir wollen aber auch 2022 wieder ein WM-fähiges Auto haben. Und diesen Spagat müssen wir hinkriegen. Derzeit läuft alles nach Plan, geht die Entwicklung des Autos weiter, geplant ist bis zur Sommerpause. Bis dahin werden wir sehen, wie die Situation aussieht. Schwieriger wird es durch die Budgetgrenze, weil wir durch die Ressourcen beschränkt sind, aber das betrifft ja auch Mercedes. Ich gehe davon aus, dass da die Einstellung genauso ist, weil Lewis seinen achten Titel jagt. Da wird man bei Mercedes auch nicht sagen: Wir stellen die Entwicklung ein und alles geht auf 2022.

So hilft Vettel Red Bull immer noch

SPORT1: Spüren Sie auch eine Verpflichtung dem Sport gegenüber, die Mercedes-Dominanz endlich zu brechen?

Marko: Wir haben den Anspruch, mit Max Verstappen Weltmeister zu werden. Aber: Mercedes hat ein unglaublich robustes und starkes Triebwerk gebaut. Das war über lange Zeit der Erfolgsfaktor. Jetzt sind wir mit Honda in etwa auf gleichem Level. Es ist im ganzen Team eine friedliche Aufbruchsstimmung, eine Leidenschaft zu spüren – sogar in den Trainings. Und die Einschaltquoten waren weltweit ja auch sehr, sehr gut.

SPORT1: Wie hilfreich ist Ihre Erfahrung im Titelkampf aus der Zeit mit Sebastian Vettel?

Marko: 95 Prozent der Leute, die mit Vettel die WM-Titel geholt haben, sind immer noch da. Das heißt, die können mit dem Druck umgehen. Das zeigen auch unsere Boxenstopps. Wenn wir da mal über zwei Sekunden sind, ist es für uns schon langsam.

SPORT1: Sind die Psychospielchen mit Mercedes eher Ansporn oder lenken Sie ab?

Marko: Wir verteidigen unsere Positionen und wir tun auch unsere Meinung kund. Manchmal haben wir das Gefühl, dass der Toto sich über uns oder überhaupt über die Formel 1 zu viele Sorgen macht. Dass wir natürlich auf unseren Vorteil achten, ist klar. Dass die Wortwahl zwischen zwei Österreichern auch mal etwas brisanter wird, muss man als nationale Angelegenheit sehen (schmunzelt).

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SPORT1: Dem Entertainment-Faktor schadet es jedenfalls nicht …

Marko: Der ist von uns nicht gewollt. Wir haben als Red Bull Racing auch eine andere DNA als Mercedes. Auf der anderen Seite: Wir haben den jungen Herausforderer, Mercedes den siebenmaligen Champion, das gibt schon mal eine Brisanz, wenn der Kronprinz den alten König stürzen will.

Marko: Perez hat Luft nach oben und steigert sich

SPORT1: Beide Teams haben mit Sergio Perez und Valtteri Bottas aber auch noch zwei andere Fahrer. Welche Rolle spielen die beiden?

Marko: In den letzten drei Rennen hat sich ziemlich klar herauskristallisiert, dass um die WM nur Hamilton und Verstappen kämpfen können. Perez hat immer noch Eingewöhnungsschwierigkeiten, wird aber immer stärker. In der Gesamtheit und in der Konstanz fehlen ihm einfach die letzten zwei Zehntel auf Max. Bottas ist im entscheidenden Moment doch nicht so stark und er hat auch schwächere Tage, wie man in Imola gesehen hat. Und im Renntempo, das hat man auch in Portugal gesehen, hat Hamilton Bottas doch wieder in die Schranken verwiesen. Quintessenz: Es sind nur die Zwei, die für die WM infrage kommen.

SPORT1: War Ihre Entscheidung für Perez trotzdem richtig?

Marko: Ja. Er hat Luft nach oben und er steigert sich auch.

SPORT1: Unter welchen Bedingungen würden Sie eine Stallorder aussprechen?

Marko: Momentan ist es noch zu früh für Stallregie. Sollte es soweit kommen, dann wird es unter fairen Regeln passieren.

SPORT1: Anderes Thema – Red Bull wird ab 2022 auch Motorhersteller. Was bedeutet das für Sie?

Marko: Es ist emotional eine unglaubliche Geschichte. Wir haben vor 15 Jahren das Jaguar-Team übernommen. Ziel war, das eine oder andere Rennen zu gewinnen. Dass wir vier Mal Weltmeister werden, hätten wir uns nicht erträumt. Mit dem Rückzug von Honda stellte sich die Frage: Was machen wir nun? Kundenteam bei Ferrari oder Renault zu werden, klingt nicht so attraktiv und ist es auch nicht. Du kriegst immer nur zweite Wahl und beim Bau des Chassis bist du angewiesen auf das, was du vom Motorhersteller bekommst. Jetzt haben wir alles in einem Haus, dadurch haben wir eine Situation wie Ferrari, wo auf demselben Gelände Chassis- und Motorentwicklung vereint sind. Es wird ein fast unvorstellbarer Traum Wirklichkeit. Da sind wir unseren Eigentümern auch sehr dankbar, denn das erfordert ja auch finanzielles Engagement. Aber wir sind voll im Plan. Im ersten Schritt werden wir 2022 bis 2024 die Honda-Motoren bauen und einsetzen. Und wenn 2025 das neue Reglement kommt – wo man sich einig ist, dass die Kosten drastisch runter müssen, womit dann auch viele Einheitsteile verbunden sind – bedeutet das: So ein Triebwerk zu konstruieren sollte auch für einen nicht absoluten Motorspezialisten mit Erfahrung möglich sein.

Marko kritisert Wolff: “Völliger Unsinn”

SPORT1: Wie wird der Motor aussehen?

Marko: Die Eckdaten stehen fest: Es wird ist ein V6-Motor mit Turbo, 50 Prozent der Leistung kommt vom Verbrennungsmotor, der Rest vom Elektromotor.

SPORT1: Ihr Lieblings-Konkurrent Toto Wolff brachte ja auch schon eine Marke des Volkwagen-Konzerns mit Ihnen in Verbindung. Was ist da dran?

Marko: Er hat eine sehr unfeine Äußerung gemacht, dass wir die Patent-Rechte von Honda bekommen und diese an VW weiterleiten würden. Das ist völliger Unsinn, das wäre unfair und ist auch nicht geplant. Solange das jetzige Reglement gilt, sind wir allein für diesen Motor zuständig. Dass wir aber in Zukunft für Partnerschaften offen sind, sei es für Namensgeber des Antriebs oder mehr; das ist alles möglich und auch erwünscht, damit unsere Kosten sich im Rahmen halten. Ob das aber jetzt der erwähnte Hersteller oder ein anderer sein könnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen.

SPORT1: Ihr ehemaliger Fahrer Sebastian Vettel fährt im Aston Martin derzeit nur hinterher. Wie bewerten Sie seine Situation?

Marko: Ich bin da nur außenstehender Beobachter. Ich kann diesen Aufschrei des Teams gegen diese Regeländerung über Winter (eingeschnittener Unterboden; Anm. d. Red.) jedenfalls nicht nachvollziehen. Neun Teams kommen damit zurecht, Mercedes gewinnt mit der geringen Anstellung des Hecks laufend sogar Rennen. Das Prozedere ist regelkonform abgelaufen. Aston Martin sollte sich darauf konzentrieren, das Auto besser zu machen. Aber das ist Aston-Martin-Sache. Vettel hatte zwei schlechte Rennen. In Portugal war das Qualifying besser, aber im Rennen war er wieder chancenlos. Dass es am Auto liegt, sieht man an Stroll.

Das sagt Marko über Vettel-Auszeit

SPORT1: Hätte Sebastian die von Ihnen letztes Jahr vorgeschlagene Auszeit nehmen sollen?

Marko: Sebastian ist über 30 und eine gestandene Persönlichkeit. Er muss wissen, was er tut. Das war seine Entscheidung. Mal schauen, wie es weitergeht. 

SPORT1: Aber da muss Ihnen doch als altem Vettel-Intimus das Herz bluten.

Marko: Das blutet schon lange. Eine andere Aussage steht mir ohne Detailwissen nicht zu. Man kann nur hoffen, dass es besser wird. 

SPORT1: Sie sind bekannt als Rookie-Scout. Wie schätzen Sie die ersten drei Rennen ihres eigenen Neulings Yuki Tsunoda und von Mick Schumacher ein?

Marko: Tsunoda hat einen sehr guten Einstand in Bahrain hingelegt, ist in Imola mit einem völlig unnötigen Crash in Q1 übermütig geworden – mit einem Auto, das locker für Q3 tauglich war. Im Rennen hat er sich gebessert, war aber aus dem Tritt. Sein Speed ist beeindruckend. Auch seine Reife und sein Selbstvertrauen. Generell sind wir sehr mit ihm zufrieden. Schumacher war in der Formel 2 mit Mazepin speedmäßig mehr oder minder gleich auf. Und ich muss sagen: Er hat sich sukzessive gesteigert und Mazepin voll im Griff. Von Rennen zu Rennen wird er konstanter. Ich bin positiv überrascht. 

SPORT1: Ein Wort noch zu Tsunoda: Ist übermütig nicht besser als nie das Limit zu suchen?

Marko: Ja, wir lieben solche Fahrer, die es krachen lassen. Lieber mal ein Auto weggeschmissen als zehn Rennen, in denen man nicht ans Limit geht.

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Das sagt Bottas zu den Trennungs-Gerüchten

Immer wieder wurden zuletzt Spekulationen laut, Valtteri Bottas könnte bei Mercedes vor dem Aus stehen. (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

Wie die britische Daily Mail schrieb, herrsche in der Mercedes-Fabrik in Brackley “eine gewisse Unruhe wegen Valtteri”. So jedenfalls zitierte das englische Boulevardblatt einen Ingenieur, der nicht genannt werden wollte.

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Fakt ist zumindest: Nach seinem dritten Platz und der im Vergleich mit Weltmeister Lewis Hamilton abermals schlechteren Performance in Portugal steht der Finne unter Druck. Bottas kann mit Hamilton nicht mithalten. In Portugal wurde er vom siebenmaligen Weltmeister trotz Pole Position im Rennen eiskalt überholt. Und auch sonst ist seine Bilanz ernüchternd.

Bottas äußert sich zu Gerüchten

Auf der Pressekonferenz vor dem Großen Preis von Spanien (Formel 1: Spanien-GP, Sonntag ab 15 Uhr im SPORT1-Liveticker) äußerte sich Bottas nun selbst zu den Gerüchten. (Rennkalender der Formel 1 2021)

“Ich weiß, dass ich nicht während der Saison ersetzt werde”, machte der 31-Jährige deutlich. Die Behauptungen seien kompletter “Bullshit”, aber das gehöre zum Sport dazu.

Und auch einen Seitenhieb gegen Red Bull konnte sich Bottas nicht verkneifen: Es gebe nur ein Formel-1-Team, das seine Fahrer während der Saison entlasse, sagte er grinsend. Hintergrund: Während der Saison 2016 musste Daniil Kwjat sein Red-Bull-Cockpit an Verstappen abgeben. 

Ob Bottas auch 2022 noch für Mercedes fährt? “Das weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Daran habe ich noch keinen Gedanken verschwendet. Momentan ist es mir auch egal”, so der Kollege von Hamilton. Sein Fokus liege auf 2021. (Fahrerwertung der Formel 1)

Hamilton stärkt Bottas des Rücken

Auch der siebenfache Weltmeister Hamilton habe bislang “nicht viel” darüber nachgedacht, wer 2022 im Mercedes sitzen werde. Zumal der Brite selbst auch noch keinen neuen Vertrag bei den Silberpfeilen unterzeichnet hat.

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Er stärkte Bottas allerdings den Rücken und stellte klar, dass er ein “großartiger Teamkollege” sei und dass Mercedes seiner Meinung nach aktuell “das beste Line-up” in der Formel 1 habe.

Es sei klar, dass er und Bottas nicht “für immer” da sein werden. Aber: “Bottas macht einen tollen Job.”

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"Kompletter Unsinn": Ecclestone schimpft über Sprintrennen

Die von der Formel-1-Kommission abgesegneten Sprintrennen sorgen für Aufsehen. (Alle Rennen der FORMEL-1 im LIVETICKER)

Nachdem sich Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone im SPORT1-Interview zunächst offen dafür gezeigt hatte, kritisierte der 90-Jährige das Vorhaben nun mit deutlichen Worten.

“So wie sie es jetzt beschlossen haben, ist das kompletter Unsinn!”, sagte Ecclestone der Sport Bild. 

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Ecclestone hat die Befürchtung, dass sich dadurch der Abstand zwischen Spitze und Mittelfeld noch weiter vergrößern könnte. (Rennkalender der Formel-1 2021)

Ecclestone kritisiert Punktevergabe für Sprintrennen-Sieger

Zudem sei weniger das Können der Fahrer, sondern noch vielmehr die Leistung der Autos für die Erfolge entscheidend.

“Wenn der Sieger des Sprintrennens auch noch Punkte bekommt und dazu auf Startplatz eins steht, gibt das am Ende der Saison kein richtiges Spiegelbild wieder, wer wirklich der beste Fahrer ist”, sagte Ecclestone. 

Ecclestone hätte sich für ein Sprintrennen noch größere Änderungen gewünscht: “Meine Ursprungs-Idee war mal gewesen, dem Sieger eines Sprintrennens vielleicht zehn Punkte zu geben, ihn aber fürs Rennen von Platz zehn starten zu lassen. Wenn er sich dann im Rennen beispielweise auf Platz drei vorgefahren hätte, hätte man sein wirkliches Können besser gesehen.”

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Im Mercedes! Grosjean gibt nach Horror-Crash Comeback in F1-Auto

Gänsehaut-Comeback für Romain Grosjean!

Der Franzose wird nach seinem schlimmen Feuer-Unfall in Bahrain im November 2020 diesen Sommer wieder in ein Formel-1-Auto steigen. (Die Fahrerwertung der Formel 1)

Wie das Mercedes-Team bekannt gab, wird Grosjean für einen kompletten Testtag im Weltmeister-Boliden von Lewis Hamilton sitzen, dem W10 aus der Saison 2019. “Ich freue mich sehr darauf, wieder in ein F1-Auto zu steigen!”, erklärte der ehemalige Haas-Fahrer.

Geplant ist der erste Einsatz des 35-Jährigen beim Großen Preis von Frankreich. Schon am 27. Juni wird er eine Reihe von Demorunden auf dem Circuit Paul Ricard. Der große Testtag ist dann der 29. Juni 2021 – genau sieben Monate, nachdem er beim Horror-Crash in Bahrain aus seinem brennenden Auto kletterte. (BERICHT: So kam es zum Feuer beim Grosjean-Unfall)

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So kam es zum Feuer-Unfall mit Grosjean

Ausgelöst wurde der Crash durch eine Berührung zwischen Grosjeans Auto und dem von Daniil Kvyat (AlphaTauri). Zu diesem Zeitpunkt war der damalige Haas-Fahrer Grosjean, der sich “nur” leichte Verbrennungen zuzog, mit 241 km/ unterwegs. In die Leitplanken crashte er dann mit 192 km/h und 67g, das Heck wurde dabei von der Überlebenszelle des Autos gerissen. (Rennkalender der Formel 1 2021)

Dabei wurde auch die Power-Unit von dem vorderen Teil des Wagens gelöst. Wie im abschließenden F1-Bericht aufgeführt wird, wurde die Schauluke des Tanks auf der linken Seite des Chassis abgetrennt und die Benzinleitungen von der Sicherheitsblase des Tanks gerissen. Dies führte dazu, dass Benzin aus dem Tank austreten und sich entzünden konnte.

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Mercedes-Boss Wolff gibt Grosjean Versprechen

Grosjean, der sein Auto nach 27 Sekunden aus eigener Kraft verlassen konnte, erlitt Verbrennungen an den Händen, seine Karriere in der Königsklasse schien beendet, an den letzten beiden Saisonrennen konnte er nicht teilnehmen.

Zu diesem Zeitpunkt versprach ihm Mercedes-Boss Toto Wolff jedoch, dass der Crash nicht das letzte Kapitel in Romains Formel 1-Geschichte bleiben sollte. Grosjean war seit 2012 ununterbrochen in der Formel 1 gestartet.

Bereits am 30. März wurde Grosjean zu einer Sitzanpassung in die Mercedes F1-Zentrale nach Brackley eingeladen und bereitete sich im Simulator auf einen speziell für ihn organisierten Test vor.

“Das ist eine ganz besondere Chance für mich”, sagte der 35-Jährige, der mittlerweile in der amerikanischen IndyCar-Serie aktiv ist: “Das erste Mal, als ich von der Möglichkeit erfahren habe, lag ich noch in meinem Krankenhausbett in Bahrain.”

“Wir wollten nicht, dass dieser Unfall sein letzter Moment in einem Formel-1-Auto ist”, sagte Wolff, “ich kenne Romain seit seiner Zeit in der Formel 3, als er die Meisterschaft gewonnen hat. Er kann auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurückblicken, und wir wollten sicherstellen, dass seine letzten Erinnerungen in der Formel 1 am Steuer eines Weltmeisterautos entstehen.”

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Bottas vor dem Aus? Mercedes im Dilemma

Droht Valtteri Bottas der Mercedes-Rauswurf noch in dieser Saison? (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

Nach seinem dritten Platz und der im Vergleich mit Weltmeister Lewis Hamilton abermals schlechteren Performance in Portugal steht der 31 Jahre alte Finne unter Druck. Nun auch öffentlich.

Wie die britische Daily Mail schreibt, herrsche in der Mercedes-Fabrik in Brackley “eine gewisse Unruhe wegen Valtteri”. So jedenfalls zitiert das englische Boulevardblatt einen Ingenieur.

Der will nicht genannt werden, sagt aber weiter: “Er ist nicht auf der Höhe, was durch den Job, den George Russell in Bahrain (2020 als Ersatz von Hamilton; Anm. d. Red.) gemacht hat, noch deutlicher wurde.”

Unfrieden bei Mercedes

Fakt ist: Es brodelt hinter den Kulissen. Und das schon länger. Das Problem: Bottas kann mit Hamilton nicht mithalten. In Portugal wurde er vom siebenmaligen Weltmeister trotz Pole Position im Rennen eiskalt überholt. Und auch sonst ist seine Bilanz ernüchternd.

Das zeigen die Zahlen: 2017 ersetzte Bottas Nico Rosberg, der seinen Helm nach dem Gewinn des WM-Titels an den Nagel gehängt hatte. (Rennkalender der Formel 1 2021)

Bottas, der bis dahin von Mercedes-Teamchef Toto Wolff gemanagt wurde, bekam anschließend den Vorzug gegenüber Mercedes-Junior Pascal Wehrlein. Seitdem hat er vier volle Saisons im dominanten Mercedes unter die Räder genommen, konnte aber nur neunmal gewinnen.

Zum Vergleich: Hamilton stand im gleichen Zeitraum 44 Mal ganz oben auf dem Treppchen. Während der Brite von 2017 bis 2020 ununterbrochen den Titel holte, erreichte der Finne die WM-Ränge drei, fünf, zwei und zwei. Im überlegenen Silberpfeil ist das zu wenig.

Folgt Russell bei Mercedes auf Bottas?

Mehr noch: 2021 hat Bottas mit dem schwer zu fahrenden Mercedes mehr Schwierigkeiten als Hamilton. In Bahrain und Portugal wurde er hinter Max Verstappen (Red Bull) jeweils Dritter. Im Qualifying von Imola schaffte er es nicht über Rang acht hinaus, kollidierte im Rennen anschließend mit George Russell (Williams) im Kampf um Platz neun. (Fahrerwertung der Formel 1)

Pikant: Ebenjener Russell gilt jetzt als erster Anwärter auf Bottas’ Mercedes-Cockpit. Der junge Brite ist ebenfalls Mercedes-Junior und überzeugte bei seinem Einsatz für Mercedes in Sakhir 2020, als Lewis Hamilton wegen einer Corona-Infektion pausieren musste.

Russell fuhr auf Anhieb auf Augenhöhe mit Bottas und hätte das Rennen gewonnen, wenn ihn Team und Technik nicht gleich zweimal im Stich gelassen hätten. Eine Ohrfeige für Bottas, auf die schon damals Diskussionen über einen Cockpittausch folgten.

Wolff verteidigt Bottas nach Zoff

Doch noch steht Teamchef Wolff hinter dem Finnen, sprang ihm verbal auch nach dem Unfall in Imola zur Seite. Da sagte er: “Wir müssen Valtteri jetzt aufbauen, denn wir brauchen ihn im WM-Kampf gegen Red Bull.” Dort kann Max Verstappen dieses Jahr auf die Unterstützung des erfahrenen Sergio Perez bauen.

Deshalb ist auch Sky-Experte Ralf Schumacher nicht überzeugt von der Wechsel-Theorie: “Es macht keinen Sinn, Valtteri während der Saison auszutauschen”, sagt der Ex-F1-Star zu SPORT1: “Natürlich ist Bottas nicht so stark wie Hamilton, das sind wenige. Aber im Vergleich zu Imola hat er sich in Portugal klar gesteigert und auch aus dem Tief herausgekämpft. Immerhin stand er da auf Pole.”

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Schumacher: Hamilton würde sich nicht über Russell freuen

Der Bruder von Rekordweltmeister Michael Schumacher gibt zu bedenken: “Es ist noch viel zu früh in der Saison, um jetzt schon solche Schlussfolgerungen zu ziehen. Außerdem bringt ein Tausch mehr Unruhe ins Team, als dass er hilft. Denn auch Hamilton würde sich über einen Russell als Teamkollegen wohl eher nicht freuen.”

Grund: Russell gilt als neuer britischer Renn-Star, als potenzieller Superstar der Nach-Hamilton-Ära. Er würde das teaminterne Duell befeuern, wie das einst ein Nico Rosberg getan hätte.

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Toto Wolff steht vor einer schwierigen Entscheidung. Klar ist: Im Ergebnis muss er alles für Hamilton tun, so dass er im harten WM-Duell mit Red Bull und Max Verstappen die notwendige Unterstützung des Teams spürt.

Einen jungen, ehrgeizigen Emporkömmling wie Russell schon in diesem Jahr als Teamkollegen zu bekommen, wäre nicht unbedingt ein Signal in diese Richtung.

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